Eine Laudatio für einen “Freund”

Geschichte des Hotel Bären

Seit bereits acht Jahren komme ich täglich zu dir um für dich zu arbeiten. Ich gebe es vorneweg zu – ich bin stolz in einem solch prächtigen Haus arbeiten zu dürfen. Ich kenne dich schon lange. Das imposante Haus, inmitten von Langenthal. Wir haben bei dir unser Hochzeitsfest gefeiert und zu diesem Zeitpunkt habe ich nicht geahnt, dass ich jemals eine Mitarbeiterin von dir sein werde.

Du hast ein Erscheinungsbild das beeindruckt. Man sagt “Kleider machen Leute” und so ist es auch mit dir. An dich haben die Leute sehr hohe Erwartungen. Du wirkst auf einige vielleicht sogar einschüchternd. Es ist nicht immer einfach für dich und für deine Mitarbeiter/innen. Es scheint, als ob alle immer etwas mehr erwarten und die Toleranz gegenüber dir ist meistens nicht so hoch wie sie andere Häuser bekommen. Manchmal glaube ich, dass dein unglaublich schönes “Aussehen” es dir nicht immer ganz einfach macht. Aber zusammen geben wir unser Bestes und zeigen, dass es bei uns nicht so elitär, teuer und wie manche denken, verstaubt ist.

Dich gibt es seit mehr als 400 Jahren und du hast in dieser Zeit viel erlebt. Es ist spannend, deine bewegte Geschichte zu lesen. Du hast dich in diesen Jahren sehr verändert, hast einige Führungswechsel erlebt, hast viele berühmte Gäste empfangen, musstest sogar einmal geschlossen werden und bringst eine national bekannte und tragische Kriminalgeschichte hervor.

Lieber Bären, es fühlt sich an, als wärst du ein Freund von mir. Es klingt komisch, aber du bist nicht einfach nur mein Arbeitsplatz. Ich arbeite nicht (nur) für jemanden der mir einen Vertrag gegeben hat. Ich arbeite für dich. Es liegt mir sehr viel daran, dass es dir und deinem Team gut geht. Wir alle geben jeden Tag alles für dich. Was wäre die Marktgasse – St.Urbanstrasse Kreuzung ohne dich.

Seit dem 17. März 2020 mussten wir dich vorübergehend schliessen. Wir halten uns an die zwingend nötige Verordnung vom Bundesrat wegen der Situation vom Coronavirus COVID-19. Es ist für uns alle eine sehr schwierige und unbekannte Zeit. Eine Zeit die irgendwie auch Angst macht.

Aber du – mit deinem Alter und den unzählig erlebten Geschichten – du stehst da und wirst auch dies überstehen. Ich freue mich, wenn wir wieder starten können und die Gäste uns besuchen kommen. Vielleicht nehmen wir alle etwas mit, aus dieser besonderen Situation. Ich wünsche mir das! Vielleicht beurteilen die Leute dich zukünftig nicht nur nach deinem “Äusseren” und kategorisieren dich danach.

Was bleiben soll ist Solidarität, Achtsamkeit, Hilfsbereitschaft und die Erkenntnis, dass wir alle doch irgendwie gleich sind.

Deine Freundin, Sandra 😉

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